Pressestimmen zur Bachwoche 2009
.Das sagt die Presse über die Bachwoche 2009:
Sonntag 9. August 2009 | KONZERT DER BACHWOCHEN-HELFER
.15:30 Uhr, St. Ludwig
SATT, SAMTIG UND SONOR
...Sieht man von der Wiederholung der h-Moll-Messe ab, so darf dieses wieder von Karin Mayle geleitete Chor- und Orchesterkonzert getrost als Abschluss des Festivals gewertet werden – und es ist ein Finale, das das Niveau der Bachwoche locker hält. [...] – Hans von Draminski, Fränkische Landeszeitung (10. August 2009)
Samstag 8. August 2009 | H-MOLL-MESSE
.19:30 Uhr, St. Gumbertus
MAKELLOSE DURCHSICHTIGKEIT
...Perfekte Bachwochen-Programmdramaturgie: das "summum opus", die "h-Moll-Messe" unter Helmuth Rilling, als das Ergebnis einer schlechterdings perfekten Wiedergabe am Ende der zehn Tage. Da schweigt
jeder Hauch von Kritik angesichts der makellosen Durchsichtigkeit, dieser Brillanz, meditativen Versenkung und heiteren Bewegung. Und Angesichts der Vollkommenheit der Gächinger Kantorei, die sich das durchaus wandelnde Rilling-Konzept mit immer wieder frischen Stimmen in die Gegenwart von Ansbach bis New York trägt. [...]
– Uwe Mitsching, Nürnberger Nachrichten (10. August 2009)
Samstag 8. August 2009 | H-MOLL-MESSE
.19:30 Uhr, St. Gumbertus
HOCHGEPEITSCHTER AUSDRUCKSWILLE
...Mit hochgepeitscher Wucht schrillen die beginnenden "Kyrie"-Rufe in dramatischer Dichte. Das folgende "Largo" lässt Rilling mit einem Non-portato in statischer Breite stechend artikulieren. Solche interpretatorischen Eigenheiten, exakt durch die Stimmen gereicht, überraschen, genauso wie die exaltierte Hervorhebung der Paukenschläge im "Et expecto" des "Credo" und beim "Dona nobis" im "Agnus". [...] Das
"Osanna" in der Wiederholung schwang dann – wie erwartet – wieder sportlich durch. Die zwangsläufige Schlusssteigerung im "Dona nobis" äußerte sich in der dynamischen und temporären exzessiven Übereinanderschichtung, nach konventioneller Manier in einem Ritardando und einer langen Fermate über dem Schlusston mündend. Danach toste die Stille. Ergriffenheit, Erschöpfung, Erleichterung ob des Stillstands – wer könnte das deuten? Dann erst folgt verhaltener Beifall, der sich zu Standing Ovations steigert.
– Sabine Kreimendahl, Fränkische Landeszeitung (10. August 2009)
Samstag 8. August 2009 | DIE KUNST DER FUGE(N)
.11:00 Uhr, Orangerie
DER KLINGENDE GEIST DER KONTRAPUNKTIK
...Man kann das Programm des Minguet-Quartetts seiner Struktur nach selbst als Fuge mit Exposition, Zwischenspielen und Durchführungen verstehen. Die Zwischenspiele sind hier Haydns f-Moll-Streichquartett op. 20/5, György Kurtágs "Officium breve" für einen verstorbenen Freund und Felix Mendelssohn Bartholdys "Capriccio", das erst postum publiziert worden ist. [...] Verblüffend nun ist, wie über die Werke hinweg zwischen Bach-Contrapuncti und Zwischenspiel-Quartetten ein Netz an Korrespondenzen entsteht, nicht nur so simpler Art, dass kontrapunktische Satzkunst in allen Werken zu finden ist, sondern auch in hinsicht auf Bewegungsduktus, Moll-Stimmungen, emotionalen Gehalt und auf das finale Verstummen. [...] Das Spiel der vier Musiker hat auch jene seltene Qualität, wie sie einst etwa beim jungen András Schiff zu finden war: eine Mischung aus Zartheit, Innigkeit und Unschuld. Es ist bei den Contrapuncti so, als höre man dem reinen Geist der Musik bei der Arbeit zu – und blicke darauf bei Haydn, Kurtág und Mendelssohn wieder in die Welt – mit all ihren Traurigkeiten und Schönheiten.
– Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (10. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | JAZZKONZERT
.22:00 Uhr, Onoldiasaal
DIE FASZINATION RASANTER GRENZGÄNGE
...Spontanität, Energie, Wucht, Neugier, Weite und Freiheit prägen Wollnys mitreißendes Projekt "Der Zustand Bach". Dieser Zustand bedeutet in der Praxis pure Kreativität, Schaffen, Entwickeln, Experimentieren, Ausprobieren von eigenen Gedanken, von noch nie Dagewesenem mit ungeheurem
Gespür für Energie. Wollny kreiert faszinierende Flügelklänge, die sich mit dem spröden und spitzen Cembalo-Sound in unendlichen Varianten sinnlich ergänzen. Mit pulsierenden Klangflächen der E-Gitarre entsteht ein überraschend fremdartiges Klangbild. [...] Farbenakkorde wie Rot mit silbernen Punkten, nächster Klang Grün mit gelben Streifen... [...] Ein frenetisch applaudierendes Bachwochen-Publikum errlebte nach drei
vorangegangen Konzerten des Tages ein Gefühl von energetischer Freiheit. – Wolfgang Ponader, Fränkische Landeszeitung (10. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | JAZZKONZERT
.22:00 Uhr, Onoldiasaal
EIN ZUSTAND TRÜGERISCHER RUHE
...Dass Bach ein begnadeter improvisierender Pianist und Organist war, mag ein Grund dafür sein, dass sich in den Ansbacher Bachwochen der Programmposten eines Jazzkonzerts eingebürgert hat. Michael Wollny hat seinen Auftritt mit der Cembalistin Tamar Halperin und dem E-Gitarristen Hanno Busch auch als Kompositionsauftrag aufgefasst und ein Projekt entworfen, das den Arbeitstitel "Der Zustand Bach" trägt. Wobei der Zustand geprägt ist von Regelhaftigkeit, Formstrenge, Kontrapunktik und einer durchaus sakral akzentuierten mentalen Grundlage, ohne die Formstrenge leicht in Askese abgleiten könnte.
Die entscheidende Zutat des Trios aber, neben der stupenden Virtuosität der Musiker, ist Energie: Energie, die treibt und pulst und sich nicht oft in die Rinnen gerader Metren zwängt; die kondensiert und kumuliert und voller Plötzlichkeiten steckt, aber nichts Ungefähres kennt. Das erfordert für die Aufführungssituation viel Disziplin. Ein direkter Rekurs auf Bach ist nicht zu erkennen, eher eine profilierte Eigenständigkeit der
musikalischen Sprache, von der aus Bach ins Blickfeld gerät: als hoch angespannter, prall gefüllter Zustand trügerischer Ruhe. Zwischen der stark sound-geprägten E-Gitarre, dem dezent verstärkten Cembalo und dem Flügel entstehen erstaunliche, intensive, verdichtete Klanggebilde, die sich weit hinaus wagen in ein von Konventionen nicht abgesichertes Gelände, in dem über tiefe alte Gräben hinweg eine Art Musik entsteht, die keine Abgrenzungen mehr braucht - weder zwischen Ernst und Unterhaltung noch zwischen komponierter und improvisierter Musik, weil sie in jedem Augenblick umschwenken kann, ohne sich neu zu erfinden.
– Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau (10. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | ORCHESTERKONZERT III
.19:30 Uhr, Orangerie
BRILLANZ UND EBENMASS
...Vom ersten Takt an lenkt Trojahn den Fokus auf die Solovioline, umhüllt ihre Lamento-Kantilenen mit lang gezogenen Blockflöten-Reibungen, lässt dann leise nach und nach die Streicher hinzukommen. Die Linien der Solovioline sind hochgestimmter Ausdruck eines Individuums. Kein handelnder Heros, der die Zeitläufte lenkt oder in sie eingreift. [...] Gottfried von der Goltz erfüllt die anspruchsvolle Solopartie mit nie
nachlassender Präsenz und reich abgetönten Ausdruckswerten. Die Blockflötistinnen Isabell Lehmann und Saskia Fikentscher meistern ihre Aufgaben nicht minder virtuos wie das Orchester. [...] – Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (10. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | ORCHESTERKONZERT III
.19:30 Uhr, Orangerie
EFFEKTVOLLE DRAMATIK
...Das Freiburger Barockorchester beauftragt er mit Gegenwartsklängen und setzt mit der Geige über die Flöten und die anderen Instrumente eine Art flirrenden Zeitfluss in Gang, der sich in harschen Wellen bricht. Der leidenschaftliche Mittelteil des 20-Minuten-Stücks lebt durchaus unterhaltsam von effektvoller Dramatik. Leise wabernde Klänge als Grundierung für die Solovioline von Gottfried von der Goltz - und dieser düstere Sommernachtstraum ist auch schon wieder vorbei. Dessen Expressivität wird vom Freiburger Barockorchester engagiert vermittelt, Trojahn kann sich für Bravi bedanken – das Stück wird seinen Weg ins Kammerorchester-Repertoire machen. – Uwe Mitsching, Nürnberger Nachrichten (10. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | ORCHESTERKONZERT III
.19:30 Uhr, Orangerie
EIN ZUSTAND TRÜGERISCHER RUHE
...Trojahns neues Werk ist, bei aller Kontextfreude, nicht konzipiert als Auseinandersetzung mit Bach. Es arbeitet gleichwohl mit der gleichen Besetzung wie das vierte Brandenburgische Konzert, was in der Interpretation des Freiburger Barockorchesters, zumal mit zwei solistischen Blockflöten (Isabell Lehmann, Saskia Fikentscher) statt der in zeitgenössischer Musik sonst eher zu erwartenden Querflöten, zu einer leicht ätherisch eingefärbten, fragil und mehrdeutig schwingenden, dabei stets wunderbar transparenten Klanglichkeit führt. Das fügt sich zum verbal gesetzten Thema der Reflexion über Zeit und Zeitgefühl, denn bei aller strukturalen Durcharbeitung, bei aller bedeutungstragenden Gestaltung und Überlagerung der Tempi, Metren, Pulse, bei aller expliziten Thematisierung dessen, was uns Zeit fühlen lässt, nämlich Rhythmus, lebt Trojahns Stück doch vor allem von seinen Klang-Operationen.
Das Originalklang-Orchester unter der Leitung von Gottfried von der Goltz entrückt das Stück in eine Zwischenregion, von der aus die Zeit wie ein ewiges Thema voller Fragen erscheint, das am Ende ins Unhörbare, Unmerkliche diffundiert. Der Ansbacher Konzert-Zyklus hat eine viel versprechende, aber alles Weitere offen lassende Eröffnung erfahren.
– Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau (10. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | LESUNG UND MUSIK II
.15:30 Uhr, Karlshalle
SPRITZIGE HOMMAGE
...Humor wirkt immer noch am besten, wenn er sich zwischen den Zeilen versteckt, nicht mit imaginären Torten wirft und auch nicht auf Schenkelklopf-Pointen setzt, sondern auf feine, ironische Spitzen.Solche
gab es viele beim zweiten Lesenachmittag mit dem nun schon eingespielten Trio Braun/Hellmann/Lutz. [...] boshaft ist der musikalische Seitenhieb, den Lutz austeilt, als es an die arg pathetischen Politiker-Worthülsen zur Einweihung des Denkmals geht. Da legt er das Gounods "Ave Maria" zugrundeliegende C-Dur-Präludium unter die historischen Worte des Leipziger Bürgermeisters. [...] – Hans von Draminski, Fränkische Landeszeitung (8. August 2009)
Freitag 7. August 2009 | ORGELKONZERT II
.11:00 Uhr, St. Gumbertus
ORGANIST MIT KULT-FAKTOR
...Wenn er nach diesem Konzert nicht Kult ist, dann ist er zumindest kurz davor, es zu werden: Rudolf Lutz. Seine Orgelkonzerte sind für die Bachwoche ungefähr das, was die "Last Night of the Proms" für die Sommerkonzerte in London sind. [...] Am Ende Standing Ovations und als Zugaben-Kniffelei eine Ansbach-Fuge samt "Hebe Deine Augen auf" aus Mendelssohns "Elias". Rundum ein toller Spaß. – Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (8. August 2009)
Mittwoch 5. August 2009 | BACH DER GENIESSER
.15:00 Uhr, Prunksaal
SINNENFREUDIGE SANGESKUNST
...Im üppigen, barocken Ambiente ließ sich die heitere Kantate "Der Jenaische Wein- und Bierrufer" von Bachs Großvetter Johann Nicolaus Bach trefflich aufführen, ja sogar szenisch komödiantisch erweitern. Vier Mitglieder von "amarcord" vergnügten sich mit dem kurzweiligen Intermezzo, verkleideten sich mit wenigen Requisiten, nutzten Raum und Türen für Auftritte. Schauspielerische Talente sind die ehemaligen Leipziger Thomaner alle und gesanglich steht jeder auch solistisch seinen Mann, seine Rolle. – Sabine Keimendahl, Fränkische Landeszeitung (6. August 2009)
Mittwoch 5. August 2009 | PEISTRÄGERKONZERT I & II
.11:00 Uhr und 15:00 Uhr, Synagoge
...Bachs Cellosuiten [...] Mancher schon ist an der Dimension des 'Zyklus' gescheitert, für andere verwandelte er sich in eine Karriere-Rampe, über die es steil nach oben ging. In die zweite Kategorie dürfte der Cellist Philip Higham, Preisträger des letztjährigen Internationalen Leipziger Bach-Wettbewerbs, zählen. [...] [Für den Gestalter Higham spricht] Dass das musikalische Geschehen trotz allen Nachdrucks, aller Wucht elegant bleibt, seine federnde Frische bewahrt [...] – Hans von Draminski, Fränkische Landeszeitung (6. August 2009)
Mittwoch 5. August 2009 | GOLD MINE VARIATIONS
.11:00 Uhr, Karlshalle
LICHT IN DER NACHT
...Stille. Und dann eine Epiphanie am Vormittag.
Die "Aria" materialisiert sich, schimmert langsam in die Karlshalle hinein. Denis Patkovic fängt nicht einfach mit den Goldberg-Variationen an. Er holt die Aria aus der Luft, als ob er ihre Töne gesammelt hätte und nun geklärt aus seinem Instrument strömen lässt, langsam und sehr zärtlich. Was danach folgt, sind Goldberg-Variationen wie man sie noch von keinem Pianisten gehört hat.
-Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (6. August 2009)
Dienstag 4. August 2009 | KANTATEN II
.19:30 Uhr, St. Gumbertus
FUNKELNDE JENSEITIGKEIT
...Holligers "Eisblumen über Kreuzstab" wurden anschließend von fein ziselierten Streicherklängen im Verbund mit dem Vokalensemble Amarcord zum Blühen gebracht. Wer sich einlassen mochte auf eine nur scheinbare Sprödigkeit – sparsam eingesetzte, geräuschhhafte Klangeffekte in homöopathischer Dosierung – erlebte ein allmähliches Eintauchen in eine eisige und funkelnde Jenseitigkeit: Behutsam aus Zeit und Welt geführt. [...] – Anja Barckhausen, Nürnberger Nachrichten (6. August 2009)
Dienstag 4. August 2009 | KANTATEN II
.19:30 Uhr, St. Gumbertus
ANGST, DEMUT UND ZUVERSICHT
...Nein, da mag der Bariton Christian Gerhaher noch so überzeugend in der Bachkantate BWV 82 bekennen: "Ich habe genug" – von seiner Stimme bekommt der Hörer nicht genug. Gerhaher vereint alle denkbaren Sängerqualitäten in seiner warmen, in allen Lagen kultivierten Stimme: Er ist ein unerschütterlich sicherer Techniker, ein artikulationsgenauer Textdeklamator, vor allem aber ein großartiger Gestalter und
reflektierender Betrachter. [...] Erfüllung und Perfektion prägten dieses Konzert in allen Summanten: Wesentlicher Bestandteil war hierbei die renommierte "Camerata Bern" mit Solisten und Leiter Heinz Holliger. [...] – Sabine Kreimendahl, Fränkische Landeszeitung (6. August)
Dienstag 4. August 2009 | LESUNG UND MUSIK I
.15:30 Uhr, Karlshalle
ERHELLEND UND WITZIG
...Die beiden Mimen rezitieren lebendig und flüssig originale Texte von Mendelssohn-Zeitgenossen und Auszüge aus dem Briefwechsel von Fanny und Felix. Rudolf Lutz improvisiert dazu über Themen aus der Matthäus-Passion – in einer Manier, die das Zwerchfell der Musikkenner strapaziert und Ströme von Lachtränen in die Augen treibt. [...] Das macht diesen literarisch-historischen Nachmittag zu einer absolut runden Angelgeneheit. Er erhellt uns – macht lachen. Besser geht es nicht. – Hans von Draminski, Fränkische Landeszeitung (5. August 2009)
Dienstag 4. August 2009 | DIE SIEBEN LETZTEN WORTE
.11:00 Uhr, Münster Heilsbronn
EIN KLANG-KÖRPER FÜR DEN GEKREUZIGTEN
...Die Freiburger Musiker machen hörbar, dass es in dieser Passionsmusik voller Unrast hämmert, pocht, pulsiert, auch seufzt und stöhnt. Sie geben ihr einen Klang, der Körper hat, einen Klang-Körper, der fühlbar werden lässt, dass der Gekreuzigte ein physisches Martyrium durchleidet. Aber – das ist die Schwierigkeit – die Freiburger übertreiben diese Züge nicht. Sie binden sie ein in die betrachtende Grundhaltung des Werkes. Jesu Demut, stille Größe und Ergebenheit, auf die Haydns Komposition letztlich zielt, leuchtet auf, unendlich subtil schattiert. – Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (5. August 2009)
Dienstag 4. August 2009 | DIE SIEBEN LETZTEN WORTE
.11:00 Uhr, Münster Heilsbronn
KOMM, O TOD, DU SCHLAFES BRUDER
...Im Heilsbronner Münster fügten sich im Matinéekonzert zu Haydns "Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze" die passenden Bachchoräle zur geschlossenen Sinneinheit [...] Das Vokalensemble Amarcord feierte die scheinbar schlichte Einstimmigket der Choräle als Quelle glockenheller Höhen und ebenmässig strömender Bässe. Das Freiburger Barockorchester unter Leitung des Geigers Gottfried von der Goltz ließ den satten, fein abgestuften Klangfarben ihren gebührenden Raum [...] – Anja Barckhausen, Nürnberger Zeitung (6. August 2009)
Montag 3. August | KLAVIER I
.19:30 Uhr, Orangerie
TASTEN-TÄNZE UND KLANGFARBEN-KASKADEN
...Bachwoche Ansbach "Klavier I" an Montagabend in der Orangerie:
Zu hören war eine veritable Primaballerina der Tastenkunst in vollendeter Symbiose mit einem Meisterinstrument der modernen Klavierbaukunst [...]. Angela Hewitts Spiel lässt sich mit Begriffen beschreiben wie Reife, Klugheit, Klarheit, Eleganz, Überblick, Ausgewogenheit, Sensibilität, ja, auch Bescheidenheit, maßvolle Verwendung reichhaltigster pianistischer Mittel, Gelassenheit, musikalischer Intelligenz und "guter Geschmack". [...] Was kann dieser Flügel und seine kongeniale Bändigerin alles realisieren. Ein traumhaft ausgedeuteter langsamer Satz des "Italienischen Konzerts" und ein luftiges Couperin-Stückchen und sie tanzt davon... – Wolfgang Ponader, Fränkische Landeszeitung (5. August 2009)
Montag 3. August 2009 | KANTATEN I
.11:00 Uhr, St. Gumbertus
KRIEG UND FRIEDEN
...Weil Paduch Werke unterschiedlichster Besetzungsstärke ausgewählt hat, kommen die Möglichkeiten des Ensembles in den verschiedensten Beleuchtungen zur Geltung, von der Akustik der Kirche noch einmal verfeinert. Dunkel grundiertes Tutti mit nobel geblasenen Zinken, Trompeten und Posaunen, seidige Streicher, eine kompetente Continuo-Gruppe und eine Sängerschar, die durch ihren Ensemblegeist für sich einnimmt -
das sind einige der hohen Qualitäten von Paduchs Truppe. – Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (4. August 2009)
Sonntag 2. August 2009 | KAMMERKONZERT
.11:00 Uhr, Orangerie
GEHÄRTETE BRILLANZ
Das programmatische Wechselbad mit Highlights der Violinliteratur geht weiter, beschert einen Höhepunkt mit der höchst lebendigen Darbietung von Strawinskys "Suite Italienne". Henkel und Golan liefern einen launigen
Abschluss in der "Introduzione", spielen mit großzügiger, eleganter Wucht in en ostinaen Sprüngen der "Serenata", bekennen sich in der "Tarantella" kratzbürstig zu orchestraler Strawinsky-Kolor. Dort und nach der "Aria" applaudiert das Publikum spontan, begeistert von der Verve des Duos [...] Pulcinella und Petruschka geben sich ein brillantes, bisweilen rauschhaftes Stelldichein. -Sabine Kreimendahl, Fränkische Landeszeitung (3. August 2009)
Samstag 1. August 2009 | JOHANNES-PASSION
.19:30 Uhr, St. Johannis
URBEGINN UND EWIGE STILLE
Schlussakkord. In die Stille hinein klatscht jemand. Mittelschiff, vordere Hälfte. Jemand schüttelt den Kopf. Es könnten auch Tausend gewesen sein. Der Klatscher endet. Dann ist Stille. 15 Sekunden, mit der Uhr. Stunden, mit dem Herzen. In denen alles noch einmal abläuft. Dann. Langsam. Beifall. Stürme. Stehend.
– Martin Stumpf, Fränkische Landeszeitung (3. August 2009)
Samstag 1. August 2009 | JOHANNES-PASSION
.19:30 Uhr, St. Johannis
WIE VIEL ITALIEN STECKT IM THOMASKANTOR?
Auf jeden Fall stand der Kabinettschef [Horst Seehofer] unter dem Eindruck einer überaus profilierten Wiedergabe der "Johannes-Passion", die der Windsbacher Knabenchor [...] in der Johanniskirche aufführte. Eine Schilderung des Prozesses gegen Christi, die Dramatik, Leidenschaft, Andacht und Beseeltheit unter Bachwochen-Veteran Karl-Friedrich Beringer in eins dachte. – Jens Vosskamp, Nürnberger Nachrichten (3. August 2009)
Samstag 1. August 2009 | JOHANNES-PASSION
.19:30 Uhr, St. Johannis
JOHANNES-PASSION ERÖFFNET ANSBACHER BACHWOCHE
die Aufführung eines Großwerkes des Meisters in überragender Qualität.
[...] Unter seinem Leiter Karl-Fredrich Beringer, der das Eröffnungskonzert dirigierte, präsentierte sich der [Windsbacher Knaben-]Chor als homogener, voluminöser, kraftvoller und geschmeidiger Klangkörper. Einen herausragenden, die Dramatik der Erzählung in allen Feinheiten auskostenden Evangelisten hatte diese Johannes-Passion in Markus Schäfer. Neben ihm bestach in den Solopartien vor allem der Pilatus
des Baritons Christian Gerhaher. – Eckhard Fuhr, Die Welt (4. August 2009)
Samstag 1. August 2009 | ORGELKONZERT I
.19:30 Uhr, St. Gumbertus
LODERND – Voll Emphase und Witz
Das glüht, das lodert, das brennt im vollen Orgelklang, in Pleno-Registrierungen.
Aber Marcons Tempi sind sinnvoll gewählt, so dass Details nachvollziehbar bleiben und inégales Spiel nicht im allgemeinen Rausch versackt. Und seine Artikulation ist so plastisch, als seien die Töne in der Luft geformt. – Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (3. August 2009)
Samstag 1. August 2009 | GOLDBERG-VARIATIONEN
.11:00 Uhr, Orangerie
EINE ARIA AUF DEM WEG ZUR LÄUTERUNG
Beifall im Stehen für eine in sich stimmige Interretation –
Klarheit der polyphonen Linien – Kluge Dramaturgie
Das Bachwochenpublikum profiliert sich – wie so oft – als Kenner.
Begeisterter Applaus, "standing ovations" in solidarischer Einheit – wohl fühlend, dass von Koroliov zu Goldberg alles gesagt ist, seine Aufgabe erfüllt ist: Zugabe unmöglich.
– Sabine Kreimendahl, Fränkische Landeszeitung (3. August 2009)
Freitag 31. Juli 2009 | Orchesterkonzert I
.20:00 Uhr, Orangerie
FUROR UND SANFTE BRISE
Überbordender Lobeswille und hochfahrende Emotionen
dann in der Kantate
"Jauchzet Gott in allen Landen!"
Maria Espada scheint den Sopranpart glaubensfest von den Ausrufezeichen des Textes her zu denken. Diese Stimme – rund, klar, agil – ist zu kraftvoll, als dass sie sich hier bescheiden dürfte. "Alleluja!" Im Wettbewerb, wer wohl schöner jauchze, die Trompete oder der Sopran, gewinnt Maria Espada nach Phonstärke und nach
Leidenschaft. Der Barocktrompeter Gabriele Cassone hält mit vornehmer Brillanz dagegen – und gewinnt auf seine Art. – Thomas Wirth, Fränkische Landeszeitung (3. August 2009)