Faszinierende Bilder und die "Kunst der Fuge"

v.l.n.r. Intendant Dr. Andreas Bomba, Bayerns Bevollmächtigter beim Bund Dr. Rolf-Dieter Jungk, Kuratoriumsvorsitzender Jürgen Fitschen, Liisa Randalu (Viola), Erik Schumann (Violine), Mark Schumann (Violoncello), Ansbachs 1. Bürgermeister Thomas Deffner und Ken Schumann (Violine) -- [Klicken zum Vergrößern]

20.03.2017

70 Jahre alt wird die Bachwoche! Vom 27. Juli bis 4. August 1947 fand sie erstmals statt, auf Schloss Weissenstein in Pommersfelden. Im darauffolgenden Jahr zog sie um in die mittelfränkische Residenzstatt Ansbach mit ihren großen, barocken Kirchen und Sälen. Dorthin pilgern bis heute rund 20.000 Besucher aus ganz Deutschland, um Musik von Johann Sebastian Bach zu hören, gespielt von prominenten Interpreten und musikalischen Newcomern.

 

Das Jubiläum eines der ältesten Musikfestivals im Freistaat nahm die Bayerische Landesvertretung zum Anlass, die Bachwoche und ihre Gremien, an der Spitze der Kuratoriumsvorsitzende Jürgen Fitschen, Bürgermeister Thomas Deffner in Vertretung für Frau Oberbürgermeisterin Carda Seidel und Regierungspräsident Dr. Thomas Bauer, nach Berlin einzuladen, um sich, ihre Geschichte und ihr Programm zu präsentieren. Rund 200 Gäste aus Politik, Kultur und Medien füllten den großen Saal bis auf den letzten Platz und hörten dem Intendanten Dr. Andreas Bomba zu, der aus bislang unveröffentlichten Quellen und mit faszinierenden Bildern vor allem die Anfänge der Bachwoche beleuchtete. In der Tat war es in der schwierigen Nachkriegszeit nicht selbstverständlich, ein solches Musikfest mit unbekannten Ausmaßen zu organisieren. Allein ausreichend Lebensmittel für Künstler und Publikum zu beschaffen, bedurfte großer Findigkeit und organisatorischen Geschicks. Woher aber kamen die Musiker? Und wer sprach ein potentielles Publikum an, das schließlich aus ganz Deutschland in das oberfränkische Barockschloss der Grafen von Schönborn pilgerte, um Musik von Johann Sebastian Bach zu hören?

 

Musikalisch gestaltet wurde der Abend durch das Schumann-Quartett. Die vier jungen, preisgekrönten Musiker spielten Ausschnitte aus der „Kunst der Fuge“, einem der bekanntesten, aber auch rätselhaftesten Werk Bachs. Dieses Vermächtniswerk war auch 1947 an Bachs Todestag, dem 28. Juli, in Pommersfelden erklungen.

 

Das Schumann-Quartett wird dieses Programm auch bei der Bachwoche Ansbach spielen, die in diesem Jahr vom 28. Juli bis 6. August stattfindet. Am 27. Juli kommt es zu einem vorgezogenen Wiedersehen mit den repräsentativen Räumlichkeiten in Schloss Weissenstein, von wo die Menschen seinerzeit Trost und Hoffnung für den beschwerlichen Alltag mitnahmen.

 

Mit guten Gesprächen bei einem bayerisch-fränkischen Buffet klang der interessante Abend aus. Die Bachwoche Ansbach hat in Berlin viele neue Freunde gewonnen!